{ "@context": "https://schema.org", "@type": "Article", "headline": "Blutspende Voraussetzungen: Wer darf Blut spenden?", "description": "Alle Voraussetzungen für die Blutspende erklärt: Alter, Gewicht, Gesundheitszustand, Ausschlusskriterien und Schritt-für-Schritt-Anleitung für Erstspender.", "author": { "@type": "Organization", "name": "humanblood.de" }, "publisher": { "@type": "Organization", "name": "humanblood.de", "url": "https://www.humanblood.de" }, "mainEntityOfPage": { "@type": "WebPage", "@id": "https://www.humanblood.de/blutspende-voraussetzungen/" }, "datePublished": "2024-01-15", "dateModified": "2024-01-15" }

Auf einen Blick

Blutspenden darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist, zwischen 50 und 160 kg wiegt und sich am Spendentag gesund fühlt. Bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder Auslandsreisen können zu einer vorübergehenden Spendepause führen. Wer dauerhaft zurückgestellt wird, kann trotzdem oft auf andere Weise helfen – etwa als Stammzellspender. Vor jeder Spende findet ein kurzer ärztlicher Check statt, der die endgültige Entscheidung trifft.

Die Blutspende Voraussetzungen sind für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei ist das Prinzip eigentlich simpel: Dein Körper muss die Entnahme von etwa 500 ml Blut problemlos verkraften können – und das Blut muss für den Empfänger sicher sein. Klingt logisch, oder? Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Kriterien, die über Ja oder Nein entscheiden. Hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Die grundlegenden Voraussetzungen für die Blutspende

Bevor du zum ersten Mal zur Blutspende gehst, lohnt sich ein kurzer Selbstcheck. Die wichtigsten Basiskriterien sind schnell abgehakt – und die meisten gesunden Erwachsenen erfüllen sie problemlos.

Alter und Gewicht

Das Mindestalter für die Blutspende liegt in Deutschland bei 18 Jahren. Nach oben gibt es eine Grenze von 68 Jahren für Erstspender – wer allerdings schon vor dem 60. Lebensjahr regelmäßig gespendet hat, darf unter ärztlicher Beurteilung auch danach noch weitermachen. Das Mindestkörpergewicht beträgt 50 kg. Eine Obergrenze von 160 kg gilt bei den meisten Einrichtungen aus praktischen Gründen.

Allgemeiner Gesundheitszustand

Am Spendentag musst du dich fit fühlen. Klingt banal, ist aber ernst gemeint: Wer mit Schnupfen, Fieber oder einem grippalen Infekt erscheint, wird nach Hause geschickt – und das zu Recht. Dein Immunsystem ist gerade beschäftigt, und eine Blutentnahme würde es unnötig belasten. Außerdem schützt du so die Empfänger deines Blutes.

Gut zu wissen: In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Blutkonserven pro Tag benötigt. Trotzdem spendet nur etwa 3 % der Bevölkerung regelmäßig Blut. Jede einzelne Spende kann bis zu drei Menschen das Leben retten – durch die Auftrennung in Erythrozytenkonzentrat, Thrombozyten und Blutplasma.

Wer darf nicht spenden? Ausschlusskriterien im Überblick

Hier wird es etwas komplizierter. Die Blutspende Anforderungen unterscheiden zwischen dauerhaften und vorübergehenden Ausschlussgründen. Dauerhaft ausgeschlossen bist du, wenn eine Erkrankung oder ein Risikofaktor besteht, der das Blut für Empfänger grundsätzlich unsicher macht. Vorübergehend zurückgestellt wirst du, wenn ein zeitlich begrenzter Zustand vorliegt – nach einer Erkältung, einer Tätowierung oder einer Reise in ein Risikogebiet.

Dauerhafte Ausschlussgründe

  • HIV-Infektion oder Hepatitis B/C
  • Bestimmte chronische Erkrankungen (z. B. schwere Herzerkrankungen, aktive Krebserkrankungen)
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutverdünner oder Isotretinoin
  • Drogenkonsum (intravenös)
  • Empfang von Blutprodukten vor 1980 (vCJK-Risiko)

Vorübergehende Zurückstellung

  • Nach Erkältung oder Grippe: mindestens 1 Woche nach vollständiger Genesung
  • Nach Tätowierungen oder Piercings: 4 Monate Wartezeit
  • Nach Auslandsreisen in Risikogebiete: je nach Reiseziel 4 bis 12 Monate
  • Nach Operationen: mindestens 4 Monate
  • Schwangerschaft und Stillzeit: bis 6 Monate nach der Geburt bzw. dem Abstillen
  • Nach Impfungen: je nach Impfstoff 24 Stunden bis 4 Wochen
Tipp: Ruf vor deinem ersten Termin kurz beim Blutspendedienst an oder nutze den Online-Selbstauskunftsbogen. Viele Einrichtungen bieten diesen vorab an – so sparst du dir einen unnötigen Weg, falls ein temporärer Ausschlussgrund vorliegt.

Vollblut, Plasma oder Thrombozyten – welche Spende passt zu dir?

Nicht jede Blutspende ist gleich. Je nach deinen körperlichen Voraussetzungen und dem Bedarf der Blutbank kannst du zwischen verschiedenen Spendearten wählen. Die Anforderungen unterscheiden sich dabei teils erheblich.

Spendetyp Dauer Häufigkeit Besondere Voraussetzungen Aufwandsentschädigung (ca.)
Vollblutspende ca. 10 Min. Entnahme Männer: 6x/Jahr, Frauen: 4x/Jahr Hb-Wert ≥ 12,5 g/dl (Frauen), ≥ 13,5 g/dl (Männer) 0–25 €
Plasmaspende ca. 45–60 Min. bis zu 60x/Jahr Gesamteiweiß im Normbereich, Gewicht ≥ 50 kg 20–40 €
Thrombozytenspende ca. 60–90 Min. bis zu 26x/Jahr Thrombozytenzahl ≥ 150.000/µl, kein ASS in den letzten 3 Tagen 25–50 €
Stammzellspende mehrere Stunden einmalig (i. d. R.) Registrierung, HLA-Typisierung, Alter 17–55 Jahre Kostenerstattung

Die Vollblutspende ist der Klassiker und für die meisten Menschen der einfachste Einstieg. Plasmaspenden sind häufiger möglich und werden oft besser vergütet – dafür dauern sie länger. Thrombozyten werden vor allem für Krebspatienten und Menschen nach Chemotherapie dringend gebraucht.

Blutspender werden: So läuft deine erste Spende ab

Du hast dich entschieden – gut so. Jetzt fragst du dich vielleicht, was dich beim ersten Mal erwartet. Keine Sorge: Der Ablauf ist klar strukturiert und das Personal ist daran gewöhnt, Erstspender zu begleiten.

  1. Termin vereinbaren oder Öffnungszeiten prüfen: Viele Blutspendedienste nehmen Erstspender ohne Termin an, andere bevorzugen eine Voranmeldung. Schau auf die Website deines lokalen DRK-Blutspendedienstes oder des nächsten Krankenhauses mit Blutbank.
  2. Fragebogen ausfüllen: Vor Ort oder online beantwortest du Fragen zu deiner Gesundheit, Reisen, Medikamenten und Lebensweise. Sei dabei ehrlich – die Angaben dienen dem Schutz der Empfänger und deiner eigenen Sicherheit.
  3. Ärztlicher Kurzcheck: Ein Arzt oder eine Ärztin misst Blutdruck, Puls und Hämoglobinwert (per Fingerpieks). Erst wenn alles im grünen Bereich liegt, geht es weiter.
  4. Blutentnahme: Du liegst oder sitzt bequem, eine Nadel wird in die Armvene eingeführt. Die eigentliche Entnahme von ca. 500 ml dauert nur 8–12 Minuten.
  5. Ruhepause und Verpflegung: Danach bleibst du noch 15–30 Minuten in der Einrichtung, trinkst etwas und isst einen kleinen Snack. Viele Blutspendedienste bieten Kaffee, Saft und belegte Brötchen an.
  6. Heimweg und Erholung: Trinke den Rest des Tages viel Wasser oder Saft. Vermeide schwere körperliche Anstrengung und Alkohol für 24 Stunden. Dein Körper hat die entnommene Flüssigkeit in der Regel innerhalb von 24 Stunden wieder ausgeglichen.
Gut zu wissen: Dein Blut wird nach der Spende auf über 50 Infektionskrankheiten getestet – darunter HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis. Du erhältst automatisch Bescheid, falls ein auffälliger Befund vorliegt. Viele Spender nutzen das als kostenlosen Gesundheitscheck.

Hämoglobin, Blutdruck & Co.: Die medizinischen Grenzwerte

Beim ärztlichen Check vor der Spende werden konkrete Messwerte erhoben. Wer diese Grenzwerte nicht erfüllt, wird an diesem Tag zurückgestellt – nicht abgelehnt. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Hämoglobin (Hb-Wert)

Der Hämoglobinwert zeigt, wie viel Sauerstoff dein Blut transportieren kann. Liegt er zu niedrig, deutet das auf eine Anämie hin – und eine Blutentnahme würde deinen Körper unnötig schwächen. Die Mindestwerte:

  • Frauen: mindestens 12,5 g/dl
  • Männer: mindestens 13,5 g/dl

Blutdruck und Puls

Dein Blutdruck sollte zwischen 100/60 und 180/100 mmHg liegen. Der Puls muss regelmäßig sein und zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute. Wer Sport treibt und einen Ruhepuls von 45 hat, muss das kurz erklären – das ist kein Ausschlussgrund, sondern ein Zeichen guter Fitness.

Tipp: Iss vor der Spende eine leichte Mahlzeit und trinke mindestens 1,5 Liter Wasser oder Saft. Wer nüchtern erscheint oder dehydriert ist, hat häufiger Kreislaufprobleme nach der Entnahme – und wird im schlimmsten Fall zurückgestellt.

Besondere Gruppen: Frauen, ältere Spender, Menschen mit Vorerkrankungen

Die Blutspende Voraussetzungen sind nicht für alle gleich. Einige Gruppen müssen besondere Punkte beachten.

Frauen

Frauen dürfen aufgrund des monatlichen Blutverlustes durch die Menstruation nur viermal pro Jahr Vollblut spenden (Männer sechsmal). Während der Schwangerschaft und bis sechs Monate nach der Geburt ist eine Spende ausgeschlossen. Wer stillt, muss ebenfalls warten – bis das Kind vollständig abgestillt ist.

Ältere Spender

Wer nach dem 60. Lebensjahr zum ersten Mal spenden möchte, braucht eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Regelmäßige Spender, die schon lange dabei sind, dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bis ins hohe Alter weitermachen – die Entscheidung trifft der Arzt vor Ort.

Menschen mit Vorerkrankungen

Gut eingestellter Bluthochdruck oder leichter Diabetes schließen eine Spende nicht automatisch aus. Entscheidend ist, ob die Erkrankung stabil ist und welche Medikamente eingenommen werden. Im Zweifel gilt: Frag beim Blutspendedienst nach – die Mitarbeiter beantworten solche Fragen täglich und ohne Wertung.

Häufige Missverständnisse rund um die Blutspende

Rund um die Blutspende kursieren erstaunlich viele Mythen. Hier die häufigsten – und was wirklich dahintersteckt.

„Ich nehme Blutdrucktabletten, also darf ich nicht spenden." – Falsch. Gut eingestellter Bluthochdruck ist kein automatischer Ausschlussgrund. Entscheidend ist der Wert am Spendentag.

„Nach einer Tätowierung muss ich ein Jahr warten." – Veraltet. Seit 2017 gilt in Deutschland eine Wartezeit von nur noch vier Monaten nach Tätowierungen oder Piercings.

„Blutspenden macht schwach und krank." – Für gesunde Erwachsene ist die Entnahme von 500 ml Blut unbedenklich. Der Körper gleicht den Flüssigkeitsverlust innerhalb von 24 Stunden aus, die roten Blutkörperchen sind nach etwa vier bis sechs Wochen vollständig regeneriert.

„Ich habe Angst vor Nadeln – das ist nichts für mich." – Das hören die Mitarbeiter in Blutspendezentren täglich. Viele Erstspender kommen mit Herzklopfen und gehen mit einem Lächeln. Der Einstich ist kurz, das Personal ist geschult, und danach wartet ein Keks.

Häufig gestellte Fragen zur Blutspende

Ab welchem Alter darf man Blut spenden?
In Deutschland darf man ab 18 Jahren Blut spenden. Erstspender werden bis zum Alter von 68 Jahren akzeptiert. Wer bereits vor dem 60. Lebensjahr regelmäßig gespendet hat, kann unter ärztlicher Beurteilung auch danach noch weiterspenden.
Wie viel muss man wiegen, um Blut spenden zu dürfen?
Das Mindestgewicht für die Blutspende beträgt 50 Kilogramm. Eine Obergrenze von 160 Kilogramm gilt bei den meisten Einrichtungen aus praktischen und medizinischen Gründen.
Darf man nach einer Tätowierung Blut spenden?
Nach einer Tätowierung oder einem Piercing gilt in Deutschland eine Wartezeit von vier Monaten, bevor man wieder Blut spenden darf. Diese Frist gilt auch für professionelle Tätowierstudios mit Hygienestandards.
Kann ich Blut spenden, wenn ich Medikamente nehme?
Das kommt auf das Medikament an. Viele gängige Medikamente wie Blutdruckmittel oder Schilddrüsenhormone schließen eine Spende nicht aus. Blutverdünner, Antibiotika oder Isotretinoin hingegen führen zur Zurückstellung. Im Zweifel beim Blutspendedienst nachfragen.
Wie oft darf man im Jahr Blut spenden?
Männer dürfen bis zu sechsmal pro Jahr Vollblut spenden, Frauen bis zu viermal. Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen. Für Plasma- und Thrombozytenspenden gelten andere, häufigere Intervalle.
Was passiert, wenn ich beim Gesundheitscheck durchfalle?
Eine Zurückstellung bedeutet nicht, dass du nie wieder spenden darfst. Oft liegt ein vorübergehender Grund vor, etwa ein zu niedriger Hämoglobinwert oder ein erhöhter Blutdruck. Du kannst nach der Wartezeit einfach erneut einen Termin vereinbaren.
Muss ich nüchtern zur Blutspende erscheinen?
Nein, du solltest sogar eine leichte Mahlzeit zu dir nehmen und ausreichend trinken, bevor du zur Blutspende gehst. Wer nüchtern erscheint, hat ein höheres Risiko für Kreislaufprobleme nach der Entnahme.
Meine Empfehlung: Wenn du noch nie Blut gespendet hast und dich grundsätzlich gesund fühlst, gibt es eigentlich keinen Grund, es weiter aufzuschieben. Der erste Schritt ist der schwerste – danach wird es zur Routine. Mein Rat: Schau auf die Website des DRK-Blutspendedienstes in deiner Region, prüfe die Öffnungszeiten und geh einfach hin. Der ärztliche Check vor Ort klärt alle offenen Fragen zuverlässiger als jede Checkliste im Internet. Und falls du beim ersten Mal zurückgestellt wirst – kein Drama. Frag nach dem Grund, notiere dir das Datum, ab dem du wieder spenden darfst, und komm wieder. Jede Spende zählt.
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